Texte alternatif

Basler Zeitung, Freitag, 4. Mai 2012

Dracula auf dem Dorfe

Ein Vampir schlägt im Freien Theater Therwil zu - frei nach Roman Polanski

[...] Ein Higlight des Stückes ist die Live-Pianobegleitung von Markus Heiniger. Wie in erinem Stummfilm sekundiertert er die Handlungen der Figuren auf der Bühne.

Basler Zeitung, Freitag, 4. Mai 2012

Gemeinde TV Wochentalk April 2012

Markgräfler Tagblatt, Montag 19. März 2012

Prosa mit Platz zum Schmunzeln

Mund-Art in St. Agathe: Literaten aus vier Ländern gaben ihre Sprache zum Besten.

[...] Das Dreiland-Allemannisch komplett machte der Baselbieter Liedermacher Markus Heiniger aus Biel-Benken. "Hochdeustch war für mich immer ein Hochseilakt", sagte der Troubadour leicht ironisch, da akzentdfrei.

Markgräfler Tagblatt, Montag 19. März 2012

Birsigtal Bote, Donnerstag, 29. Januar 2012

Markus Heiniger zurück im Hüslimatt

Mit seiner neuen CD im Gepäck gastierte der Liedermacher, Dicheter und Lehrer Markus Heiniger in der Hüslimatt-Aula der Sekundarschule.

Birsigtal Bote, Donnerstag, 29. Januar 2012

Deutsche Liederbestenliste, September 2011

Empfohlen von Karl-Heinz Schmieding, Saarbrücken

Unter Markus Heinigers „Autorenliedern am Piano“ in bern- und baseldeutscher Mundart und in hochdeutscher Sprache ist der Song „Dichten“ ein ironisch-poetisches Kabinettstückchen – ein raffiniertes Spiel mit Worten, genauer: mit Reimwörtern, das musikalisch durch pointierte Blue Notes und Jazz-Akzente am Klavier seine ideale Ergänzung findet.

Die Handlung: das „lyrische Ich“, ein in seine Kunst vernarrter Hobby-Poet, weigert sich hartnäckig, seiner Leidenschaft, Gedichte zu schreiben, wenigstens vorübergehend zu entsagen und sich auf Bitten seiner Frau anderen Aufgaben und Pflichten in Ehe und Familie zu widmen. Aber worum seine Ehefrau ihn auch immer bittet und mit welchen Konsequenzen sie ihm letztlich auch immer droht – er bleibt stur bei seinem Feierabenddichter-Leisten und formuliert in seiner poetischen Abwehrstrategie kunstvoll immer neue Reime auf („Ich bin am) Dichten“.

Dies stereotype Statement und der Refrain, mit dem der Poet sich scheinbar einsichtig gibt – „Ja, ja, ich weiß, das geht schon langsam ziemlich weit...“ –, sind für die Angetraute aber wenig tröstlich. Des Reimes und des Reimens wegen bringt er am Ende gar eine der auf den CD-Titel anspielenden knarrenden Fichten zum Stürzen und belegt damit ironisch, dass sein „Dichten auch einmal etwas bewegen kann“. Schließlich schickt der leidenschaftliche Verseschmied seine Frau allein ins Bett und schreibt „bis ins ferne Morgenlicht ... noch ein Gedicht“ mit der entwaffnenden Entschuldigung: „ ... das weite Wörtermeer / überflutet manchmal alles um mich her...“. Dass es da womöglich augenzwinkernd verarbeitete autobiographische Bezüge bei Markus Heiniger gibt, kann man nur vermuten.

Der Schweizer Liedermacher, Jahrgang 1968, ist am Rheinknie in der Nähe von Basel aufgewachsen. Und auf seiner neuen CD spielt er u. a. bravourös den „Rhy-Boogie“ (Rhein-Boogie). Kein Wunder, könnte man scherzhaft sagen, dass er sich daher in einem Lied mit der leitmotivischen Formulierung „Ich bin am Dichten“ grammatikalisch  der „rheinischen Verlaufsform“ bedient. „Rheinische Verlaufsform“ deshalb, weil man die Herkunft dieser grammatischen Variante ursprünglich allein auf die umgangssprachliche Praxis des Kölner und des westfälischen Raums in neuerer Zeit bezog. Experten belegen jedoch: diese Form der Satzkonstruktion ist nicht nur in weiten Teilen Deutschlands, vor allem im Westen, seit langem gebräuchlich, sondern traditionell auch in der Schweiz und findet sich bereits bei Jeremias Gotthelf und anderen Schweizer Autoren des 19. Jahrhunderts. Mag der eine oder andere deutsche Sprachpurist die Formulierung „Ich bin am Dichten“ auch gewöhnungsbedürftig finden –  als „literarische Produktionsbeschreibung“ ist sie sehr präzise und entbehrt nicht einer gewissen ironischen Poesie.

Er habe Berndeutsch mit der Muttermilch eingesogen und Baseldeutsch im Sandkasten gelernt, schreibt Heiniger. Hochdeutsch sei für ihn jedoch „ein Hochseilakt geblieben, erst recht nach dem Besuch der Mainzer Liedermacher-Akademie SAGO“, die übrigens vom Liedermacher- (besser: Poesie und Musik-Altmeister) Christof Stählin geleitet wird. Für die inspirierende und kritische Begleitung seiner Arbeit dankt Heiniger Stählin ausdrücklich.

Dass der Schweizer bei allem Respekt, mit dem er der hochdeutschen Sprache begegnet, aber dennoch perfekt auf diesem „Hochseil“ zu jonglieren versteht, dafür ist das vokal und instrumental virtuos interpretierte Lied „Dichten“ als kleines ironisches Kunstwerk im Jazz-Gewand ein überzeugender Beleg.

„Meine Kunst ist nicht scharf, aber geschliffen“ sagt Heinigers Mentor Stählin in seinen Aphorismen zur Kunst. Es scheint, als habe Heiniger diese zentrale Botschaft der Stählinschen Liedermacher-Poetik erfolgreich auch zu seiner eigenen gemacht.

Biel-Benkemer Dorf-Zytig, Freitag, 29. April 2011

Markus Heiniger und die Alpenrose

Am vorletzten Samstag kam der Biel-Benkemer Liedermacher und Lehrer Markus Heiniger zu einem vielbeachteten Auftritt im Schweizer Fernsehen; nicht irgendwann zu später Stunde, sondern zur Primetime am Samstagabend.

Biel-Benkemer Dorf-Zytig, Freitag, 29. April 2011.pdf

Basellandschaftliche Zeitung, Montag, 18. April 2011

«Ich ging glücklich von der Bühne»

Biel-Benken Der einheimische Lehrer und Liedermacher Markus Heiniger (42) qualifizierte sich für die Samstagabend- Live-Sendung «Alpenrose» des Schweizer Fernsehens. Gewonnen hat er aber nicht.

Basellandschaftliche Zeitung, 18. April 2011.pdf

Blick, Samstag 16. April 2011

Polo Hofer über seine Rolle beim Schweizer Fernsehen

«Ohne mich geht es nicht mehr!»


Polo National ist beliebter denn je. Mit Blick spricht er über seine TV-Auftritte, AKWs und sein Privatleben.

http://www.blick.ch/unterhaltung/tv/ohne-mich-geht-es-nicht-mehr-170678

SF Alpenrose 2011, Samstag, 16. April 2011

Sieben Grössen aus der Schweizer Musikszene machten sich auf die Suche nach Volksmusik-Nachwuchskünstlern – und wurden fündig. Die von den Paten entdeckten und betreuten Schützlinge kämpften in sieben Kategorien um die Gunst des Fernsehpublikums. Ausgezeichnet mit der «Alpenrose» 2011 wurde die 11-jährige Jodlerin Carina Walker aus Lalden (VS). Ihre Interpretation von «S’isch mehr alles ei Ding» fand beim Fernsehpublikum am meisten Anklang.

Auftritt Markus Heiniger mit «Jede kunnt und jede goot» und Beurteilung

Porträt, Casting und Coaching von Markus Heiniger

Volksstimme, Freitag, 15. April 2011

Ein Liedermacher will es wissen

Der Baselbieter Liedermacher Markus Heiniger singt am Samstag mit einem Lied seines entfernten Verwandten Tinu Heinger um den Sieg in der SF-Sendung «Alperose».

http://archiv.volksstimme.ch/Online-Ausgabe.194+M5cd0a1ed835.0.html

Basler Zeitung, Freitag, 15. April 2011

Ein Basler Liedermacher unter Volksmusikern

Markus Heiniger aus Biel-Benken tritt am Samstag in der SF-Show «Alpenrose» gegen sechs Volksmusik-Vertreter an. Im Interview erklärt der Liedermacher, wie es zum Kompromiss mit seinem TV-Paten Polo Hofer kam....

http://bazonline.ch/basel/land/Ein-Basler-Liedermacher-unter-Volksmusikern/story/12139965

SF Glanz und Gloria, Freitag, 15. April 2011

Für die SF-Sendung «Alpenrose 2011» und die Suche nach dem Volksmusik-Newcomer wählt auch Pate Polo Hofer seinen Schützling aus. Der Kandidat kann sein Glück kaum fassen.

Telebar, Mittwoch, 13. April 2011

Markus Heiniger
Liedermacher

http://www.telebasel.ch/de/tv-archiv/&id=28823918&mid=&action=tellafriend

DRS Musikwelle, Donnerstag, 31. März 2011

Markus Heiniger

Der 42-jährige Markus Heiniger kommt aus Biel-Benken im Kanton Baselland. Er tritt in der Kategorie «Liedermacher» als Kandidat von Polo Hofer gegen die anderen Finalistinnen und Finalisten auf.

http://www.drsmusikwelle.ch/www/de/drsmusikwelle/255821.markus-heiniger.html

La Cappella-Magazin

Berns erste Adresse für Chanson & Kabarett Programm März - Mai 2010

Chanson

Markus Heiniger verbindet am Piano Elemente aus Klassik und Jazz. Er stellt skurrile Bilder und Behauptungen in den Raum, "Es gibt in den Steppen keine Treppen", "Es bebbt dr Boode, dr Boode bebbt" und kann mit seinen Liedern auch berühren, ja gar trösten, "sicher guet". Heiniger spielt auch Boogie Woogie, klar. Aber vorher lässt er es knarren. Denn er nimmt uns mit an den Rhein. Und da gibt es einen Steg, der auf den Schiffswellen schaukelt und, je nach Höhe der Wellen, auch knarrt. Am Ufer beginnt die Welt der Hochhäuser und nimmt sich furchtbar wichtig. Wen kümmerts? Knarrt es oder knarrt es nicht, das ist hier die Frage. Kleinkunst auf dem Hoch(sprach)seil. Berndeutsch mit der Muttermilch und Baseldeutsch im Sandkasten. Markus Heiniger ist gleich zweisprachig ins Leben gestartet. Hochdeutsch hingegen ist für ihn, wie für so manchen Eidgenossen, ein Hochseilakt geblieben. "Es sind einmal zwei Pädagogen / zusammen Würste bräteln gogen." Und genau dort, auf dem hohen Seil, sitzt er nun, mit nur einem Flügel und macht ganz unbekümmert Kleinkunst. Wie Grönemeyer und Wecker Er war in den letzten drei Jahren zusammen mit Fritz Widmer in der Cappella, mit den Baslern Glood und Aernschd Born und mit der Mainzer Liedermacher-Akademie Sago. Er ist ein "Song-Sparringpartner" von Nils Althaus, wurde in der Presse mit Herbert Grönemeyer verglichen und in Programmen schon als Junger Konstantin Wecker angesagt. Dieser hat sich denn auch schon lobend zu Heinigers Liedern geäussert. Genau so wie Joachim Rittmeyer, César Keiser, Emil Steinberger und Tinu Heiniger, mit dem er über drei Ecken verwandt ist. "Er hat ihn, diesen Witz..." César Keiser "...einer der besten Songpoeten im Land." Basellandschaftliche Zeitung Sprache: Mundart und Hochdeutsch

NEUE FRICKTALER ZEITUNG, Donnerstag, 3. September 2009

"Verwöhn-Programm" trotz schwierigen Zeiten

Dominik Senn

Trotz wirtschaftlich schwierigen Zeiten führten sich sechzig Gewerbler von Gipf-Oberfrick am Freitag ein "Verwöhn-Programm" zu Gemüte. Am dritten Gewerbeapéro mit von der Partie: Liedermacher Markus Heiniger...Katrin Hasler leitete zum "Verwöhnprogramm" mit dem Liedermacher Markus Heiniger und dem feinen Apéro, zusammengestellt von der Arbeitsgruppe mit Ruth Rudigier, Margrit Hinden und Andi Schulte über. Letzterer spielte mit Heiniger zu Schulzeiten Fussball und konnte ihn für den Auftritt am Freitag gewinnen. Der Songpoet - ob er Gedichte rezitierte, solo sang, vor sich her philosophierte oder sich am Keyboard begleitete - entpuppte sich als hervorragender Musiker mit einer schönen Stimme, der die leisen Töne und Zwischentöne bevorzugt...

Biel-Benkemer Dorf-Zytig Nr. 414, 28. August 2009

"Türeschletze" - für Fritz Widmer

Markus Heiniger singt "An dääre Muur"

Was gibt es Schöneres, Würdigeres als wenn eine neue Generation ihren Vorgänger als Inspirator, quasi als Vorbild anerkennt. Das ist unlängst mit der CD Türeschletze geschehen. 24 Musikerinnen und Musiker aus der lebhaften Schweizer Mundartszene nahmen sich je einem Lied des Berner Chansonniers Fritz Widmer an, der seinerzeit mit Mani Matter und anderen gänzlich neuen Schwung ins Schweizer Musikleben brachte. Inzwischen älter geworden, geniesst Fritz Widmer sein Glück. Zur CD schreibt er: "Wie habe ich das verdient? Was für ein Geschenk! Meine Lieder, die - zumindest in den ersten paar Jahren - eher spröde und ländlich-treuherzig daherkamen, nun in solch melodiösen, lüpfigen, witzigen, subtilen und rhythmisch gekonnten Arrangements zu hören!" Dem ist eigentlich wenig beizufügen. Die Interpretationen kommen allesamt in unbekümmerter Frische daher, sind fantasievoll arrangiert und feinfühlig akzentuiert, bisweilen witzig und immer für viel Abwechslung sorgend. Zum Zuge gekommen sind auch Vertreter aus der Region, etwa Bettina Schelker aus Oberwil und natürlich Markus Heiniger, Lehrer und Musiker aus Biel-Benken. An dääre Muur gibt er wehmütig und stimmungsvoll, mit klangvoller Klavierbegleitung und unter Mitwirkung von Florens Meury. Heinigers künfitgen Werdegang zu verfolgen, wird mit Garantie spannend bleiben: Derzeit ist er Mitglied in Christof Stählins Mainzer Akademie für Poesie und Musik, wo er neuerdings auch hochdeutsche Titel kreiert. Türeschletze, Fritz Widmer gewidmet. Mit u.a. Dodo Hug, La Folie, Corin Curschellas, Ruedi Stuber, Franz Hohler, Tinu Heiniger, Bettina Schelker und Markus Heiniger. Zytglogge.Urs Berger

ObZ, 21. Mai 2009 / Region Gelterkinden

Kultureller Kreis geschlossen

Die letzte Veranstaltung der alten Kulturkommission Tenniken endet mit Tränen

hub. Während 17 Jahren haben Paul Leisi und seine Mitstreiter von der Kulturkommission Kultur erster Güte nach Tenniken gebracht. Bilder- und Skulpturausstellungen, Kabarett, Theater, Musik. Es war zwar ihre letzte Veranstaltung, doch die Kommission wird weiter bestehen und ihr bestes geben, die von Leisi begründete Tradition fortzuführen. Einer, der bei der damals ersten Kulturveranstaltung 1994 auf der Bühne stand, sorgte auch vergangenen Samstagtabend mit treffend schneidigen Texten, fingerfertigem Gitarren- beziehungsweise lippenfertigem Mundharmonikaspiel für Applausstürme und Begeisterung: Max Mundwiler. Der Oberbaselbieter Liedermacher schloss damit den kulturellen Kreis am Diegterbach. Er spielte mit Freude und vollem Einsatz und verliess die Bühne erst nach Mitternacht - unter Danksagungen, adressiert an die Veranstalter, und zu Tränen gerührt. Haarelassen Max Mundwiler ist Chansonier, seine Texte sind persönlich. Er erinnert in seiner Intimität an eine schweizerdeutsche Ausgabe Reinhard Meys. Auch dessen Lieder handeln von Familie, Hoffnung, Achtung gegenüber dem Leben und den kleinen Alltagsdingen, die nur gute Beobachter wirklich erkennen und auch tatsächlich in die richtigen Worte fassen können. Ein Thema, das sich durch Mundwilers Programm "Ohni Franzle" zieht wie eine rote Schnur, ist die Alterung, vielmehr der Haarausfall, also das Haarelassen als Wirkung weltlicher Ursachen, das sich bei ihm mit immer selteneren Coiffeurbesuchen und einem immer breiter werdenden Mittelscheitel äussert. "Vom Babyflaum zur ausgewachsenen Schneise", meint er dazu in lakonischer Art. Immerhin, singt Mundwiler fröhlich weiter, sähe man die Welt ohne Fransen bedeutend besser. Erstösse und Reuptionen Den zweiten Part des Abneds bestritt Markus Heiniger . Er bezeichnete es als den unter dem Strich ruhigeren Teil, wenn auch mit einigen Eruptionen und heftigen Erdstössen. Dem Song-Poeten, der sich dem Kabarett und sogenannten Poetry-Slam, also dem Hinschmettern poetischer Wortsalven, verschrieben hat, flatterten vor seinem Auftritt gehörig die Nerven. Kaum auf der Bühne angekommen aber fühlte er sich pudelwohl. Kein Zweifel: Das Publikum lag, obschon er, wie er selbst sagte, aus dem fernen Unterbaselbiet käme, auch ihm zu Füssen. Mal witzig, mal nachdenklich, immer aber ausgefeilt sind seine Liedtexte, seine Wortgeflechte, seine Verse. Ein Höhepunkt sicher sein Gedicht, in dem er die Verhochdeutschung schweizerischer Ausdrücke zum Thema macht. Ein zweiter Wermutstropfen Umrahmt war das Ganze von einem dreigängigen Dinnner - weil das Kulinarische ja bekanntich auch Kultur ist. So gab es quasi Mundwiler zur Vorspeise, Heiniger zum Hauptgang - und zum Dessert beide zusammen. Denn abschliessend trumpften sie gemeinschaftlich auf. Neben des Wehrmutstropfens, dass es der letzte Kulturabend unter der Regie von Paul Leisi war, gibt es auch noch einen zweiten: Fritz Widmer, der Berner Troubadour, der schon mit Mani Matter zusammenspielte, war eigentlich auch nach Tenniken eingeladen. Er liegt mit einer schwren Krankheit im Spital und konnte leider nicht auftreten. Als Gruss an seine Adresse las Heiniger eine Episode aus Widmers Buch "Unverrückt".

Volksstimme Nr. 57 / Dienstag, 19. Mai 2009

Ein Kreis hat sich geschlossen

Tenniken / Kulturkommission bietet zum Abschied einen einmaligen Anlass

Die treuesten Gäste der Tenniker Kulturveranstaltungen kamen am Samstag in den Genuss eines einmaligen Abends. Alle Sinne wurden bedient: Zwischen den Liedermachern gab's ein vorzügliches Essen unbd genügend Raum für ausgedehntes Plaudern.

Gastfreundschaft vom Feinsten zelebrierte die Tenniker Kulturkommission am Samstag. Für den musikalischen Teil waren die Liedermacher Max Mundwiler und Markus Heiniger engagiert. Wiesensalbei und Witwenblumen in den bunten Frühlingssträussen, die jeden Tisch im Gemeindesaal schmückten, waren ein Versprechen für den Abend. Es wurde eingelöst - auch wenn es einen Abschied markierte. Nach 17 Jahren treten die meisten Mitglieder der Kommission zurück und wollen jüngeren Kräften Platz machen. Ein Abschied also ohne Nebengeräusche. Wie es weitergeht, ist derzeit offen. Gewiss ist, dass das Engagement für die Tenniker Kultur weiterbestehen wird. "Wir hinterlassen ein Fundament auf dem sich die Arbeit fortsetzen lässt", sagte Paul Leisi, Präsident der Kommission. Einheimisch und bodenständig Mit "Musig isch mis Läbe" eröffnete Max Mundwiler sein Konzert. Weitere Lieder hat er den Frauen in seiner Familie gewidmet. Eine Hymne an seine ältere Schwetser Maya und ein ergreifendes Lied, das er seiner Grossmutter zu deren 100. Geburtstag geschenkt hat. Gestrickte Wollensocken mit einem Batzen drin, Erinnerung an Geschenke, die ein Leben lang halten. So würdigte er die alte Dame. Auch seiner jüngeren Tochter hat er ein Lied gewidmet: "Mach d Augen uf und glaub an di, streck d Arme us und flieg." Nach einem ausgiebigen Hauptgang unterhilet Markus Heiniger die Gesellschaft. Sonaten mit Eruptionen und Erdstössen seien zu erwarten, kündigte er sich an. Es sei ihm wichtig, das klargestellt zu haben, damit sich nicht hinterher jemand beklage, nicht gewarnt gewesen zu sein. Er sei ein Anderer geworden mit zunehmendem Alter. Ein Wanderer zwischen immerschon und nie Vom Mond, der über den Blauen holpert und in sein Schlafzimmer stolpert, handelt eines seiner Lieder. Wollte man ihn mit einem Interpreten vergleichen, käme wohl Herbert Grönemeyer infrage. Im dritten Teil des Konzerts, nach dem Dessert, waren Mundwiler und Heiniger gemeinsam zu hören. Die gesprungene Saite an Mundwilers Gitarre quittierte Heiniger so: "Meine Tochter ist immer wahnsinnig stolz, wenn sie eine Zahnlücke hat." Das begeisterte Publikum bekam seine Zugaben. Max Mundwiler bedankte sich gerührt dafür, dass er am allerersten Anlass der Kulturkommission vor 17 Jahren auftreten durfte und er beim Abschluss einer Epoche wieder dabei sein konnte. "Es suubers Blatt wo's Nöis zum Schriibe git", würde er wohl sagen. Edi Gysin

MZ, Baselland/Schwarzbubenland vom 1.12.2008

Eine Demonstration Baselbieter Mundartschaffens

Liedermacher

Die Baselbieter Liedermacher dr Glood, markus heiniger und Max Mundwiler sind zum zweiten Mal gemeinsam aufgetreten

Das Komitee «Itingen &» hat zu dem Trio-Abend in die Mehrzweckhalle eingeladen.

Der Frenkendörfer dr Glood (Claude Mesmer), der Biel-Benkener markus heiniger und der Tenniker Max Mundwiler: Das ergibt ein ziemlich stadtnahes Baseldeutsch gegen ein «kernigeres» Oberbaselbieterisch. In der Itinger Mehrzweckhalle stehen aber auch zwei Schullehrer mit Brille und ein Bauführer mit seinen mehr als eindrücklichen Körpermassen nebeneinander. Ein jeder aus dem Trio, das in dieser Besetzung erst den zweiten Auftritt gab, hätte sich auf das allzu sichere Abspulen bewährter Kniffe und Spielarten zurückziehen können.

Schon lange miteinander Bekannt
Auch hätten dr Glood und markus heiniger, die sich im Duo wie im Trio (mit dem Basler Aernschd Born) auf der Bühne länger kennen, den dritten Mann nur zu leicht an den Rand des Geschehens drängen können. Weil aber gerade das nicht geschieht, wächst sich der Abend zur einzigartigen Demonstration Baselbieter Mundartschaffens aus, wie es Pfarrerin Beatrice Lutz vom veranstaltenden Komitee «Itingen &» in ihrer langen Begrüssung vorwegzunehmen beliebte. Zwischen den drei Männern ist eine freundschaftliche Zuneigung gewachsen. Fast behutsam hören sich die Begleitstimmen an, Gloods unterstützendes Gitarrenspiel, Mundwilers an wenigen Stellen mit einfliessende «Schnuuregyge». Das ist gerade das Gegenteil von lauwarmer Zurückhaltung, vielmehr ein fast zärtliches Geschenk. Man ist sich nur zu ohrenfällig «näher gekommen». Ebenso selbstverständlich bleibt ein jeder an seinem Platz, wenn es für ihn «nichts» zu tun gibt; so schenkt man sich das läppische, steten Applaus heischende Macht-Spielchen mit Abgang und neuerlichem Auftritt.

Stimmlich wie stilistisch ergänzen sich die drei bestens. dr Glood mit der fast schon giftig beissenden Schneidigkeit eines (Ex-?)Rockers und Bluesers bringt sein Lied über den Auszug der eigenen Tochter langsamer, noch feinfühlig inniger; als liesse er das, was er zu sagen hat, noch einmal los, als finde er das Lied – und damit sich selbst – in dem Moment neu.

Wunderbar wie Max Mundwiler, der andere Gitarrist auf der Bühne, in seinen ungeniert poppigen und Pointen-sicheren Chansons mit hoher, manchmal fast flehender, manchmal auch brüchiger Stimme ganze Welten türmt - mit der herzerfrischenden Leichtigkeit eines Oberbaselbieter Brassens.

In der Mitte steht «Band»-Benjamin markus heiniger am Klavier, zwischen den stämmigen Gitarristen wirkt er beängstigend dünn. Nach einem schweren Velounfall stellt sich «dr Dichter» (CD Titel) mit tiefer gerutschter Singstimme. So klingt er kantiger, wenn er ausholt, lauter als früher. Mit kabarettistischem Talent kommt er für Schüttelreim- und sonstige gesprochene Darbietungen nach vorn, bricht damit die statische, horizontale Linie der Bühnenaufstellung. Genauso wie heinigers oft nur noch leise Piano-Fäden den Liedern der Kollegen zusätzlichen Halt gewähren.

Urs Grether

Dorneckberger und Leimentaler WochenBlatt (Nr. 47), 20.11.2008

Nach Erdbeben bleibt Sprache

markus heiniger & dr Glood gastierten am Samstag in Seewen.
Ein wunderbarer Abend voller Lieder, Witz und Poesie.


Den Spiegel vorhalten und gesellschaftliche Empfindungen mit einer Prise Ironie aufzeigen. Das ist Kunst. Genau dies gelang markus heiniger und Claude Mesmer als Duo «markus heiniger & dr Glood» mit ihrem Auftritt «Aerdbeebe» am Samstag im Museum für Musikautomaten Seewen. Bittere Wahrheiten, Verlustängste, Hoffnungen und Wünsche, Vorurteile oder persönlicher Schmerz werden in humorvoll poetische Verse verpackt und kunstvoll musisch dekoriert. Basler Mundartlieder, musikalisch und poetisch auf hohem Niveau.

Die Bühne ist vor der riesigen und kunstvoll verzierten Orgel aufgebaut. Antike Instrumente umringen die Gäste und vermitteln eine andächtige Stimmung. Einige der Instrumente erklingen auch im Rahmen der Darbietung. Die Gastgeber geben dem Anlass einen gemütlichen, beinahe familiären Rahmen. Die beiden Troubadoure wirken weder belehrend noch besserwisserisch. Nein, eher scheinen sie Teil der Boebachter zu sein, welche die verschiedenen Geschehnisse wahrnehmen, dann sich selber und andere reflektieren. Mal mitreissend, rasant, und wendig, dann wieder gemächlich, zart und verspielt erleben die Anwesenden aktuelle Ereignisse wie Finanzkrise, Politik und Klima oder auch den Abschiedsschmerz bei der Ablösung vom Elternhaus. Die beiden Poeten verleihen den unter der Oberfläche brodelnden Ängsten Worte und bieten ihre Kunst als Projektionsfläche unausgespreochner Gedanken, Hoffnungen, Gefühle und Schmerz an.

Treu ihrem Motto beschreiben sie physische und psychische Erdbeben. So raubt das Beben dem «Bebbi» alles, woran sein Herz hängt. Und am Schluss bleibt ihm die Sprache. Unangenehm werden die Besucher dabei daran erinnert, dass sie in einer Erdbebenzone leben. So sind die Künstler umso mehr erstaunt, dass sich so viele «ins Epizentrum vorgewagt» haben. «Jeder hat sein persönliches Erdbeben», sinniert markus heiniger. Ihre Verse sollen auch ein «Quantum Trost» spenden. Und für alle Zweifler: «Yes, we can!» Nicht nur Schweres findet Eingang in die Gedichte. Besonders erheiternd ist der Beitrag «Pädagogen». Worum es geht, wird hier aber nicht verraten.

Eveline Graf Kotàn

Zofinger Tagblatt vom 21.10.200

Poetisches Piano-Kabarett vom Basler Reimufer

Rothrist – Premiere des Basler Troubadours markus heiniger im Praxiskeller

Als «Troubadour» gilt ein Künstler, der in Personalunion als Dichter, Komponist, und Sänger auftritt. Bei markus heiniger kommt noch eine weitere Qualität hinzu: Er ist gleichzeitig auch ein brillanter Pianist.

Diese Eigenschaft kam Markus Heiniger im Praxiskeller entgegen. Seine stimmliche Präsenz war nämlich infolge eines Unfalls reduziert, er müsse daher sein Programm im Sprechgesang abwickeln, erklärte er mit aufgeschwollener und frisch zusammengenähter Wange. Das kam so: Am Vorabend des Konzerts stieg er nach seiner Hauptprobe in Biel-Benken aufs Velo und stürzte in der Dunkelheit an der Schulhauswand, kaum auf dem Sattel, kopfüber in einen anderthalb Meter tiefen Lichtschacht hinunter. Dabei wurde nicht bloss seine Stimme (Schlag auf den Kehlkopf) in Mitleidenschaft gezogen. – Aber er war da, trotz allem, mit Leib und Seele. Und mit präzisem, natürlichem Sprechgesang.

Gereimtes und Ungereimtes
Das Basler Rheinufer muss inspirierend sein für einen Songpoeten wie Markus Heiniger. Dort erkennt er den Reim als Wasserstrasse mit Dichterverkehr, «sitzt sit Stunde in’re Gartebaiz am Dischli» und sieht «im Taich e goldigs Fischli». Und dort setzt er sich auch mit dem Balser Erdbeben von 1356 auseinander, das ihn zur Erkenntnis bringt: «Jede Mensch, drait in sich inne die ganzi Ärde / in jedem bebbt dä Planet.». Das muss auch den Baselbieter gehörig durcheinander gerüttelt haben, wie die nachfolgenden Schüttelreime zeigten. Un dann gab es da auch Verse zwischen Standardsprache und Hochreim: «Es sind einmal zwei Pädagogen zusammen Würste bräteln gogen…», Sonette, einen Limmerick, Kaskaden, Volksliedbearbeitungen sowie abgründigen und verspielten Blues.

Poetisches Piano-Kabarett
In seinen Liedern erzählt Markus Heiniger Pointiertes und Poetisches vor der bewegten Kulisse der menschlichen Seele. Persönlich habe er die stärkste Prägung durch Mani Matter, Franz Schubert, Konstantin Wecker und Johann Peter Hebel erfahren, schreibt er auf seiner Website.

Sein Programm hat die Züge einer Grenzwanderung zwischen Sinn und Unsinn, Wirklichkeit und Vision, Witz und Ernst, Realität und Fantasie, Otpmismus und Fatalismus. Er singt von den kleinen Katastrophen des Alltags und bemerkt: «Und denn seensch du dii noch e paar Stunde / wo alles no isch, wie s miesst sy / ohni Sorgen und Ängscht, ohni Wunde / villicht klabbt s jo grad jetzt / dauch mit y / hütt zoobe isch sicher, hött zoobe isch guet…». Ganz grosse Klasse ist Markus Heiniger als Pianist. Die Begleitng seiner Lieder erinnert in Stil und Ausrucksteife an jene von Franz Schubert. Das Premierepublikum im gut gefüllten Pfarrhauskeller erwiderte den abendlichen Ausflug ans Reimufer mit einem begeisterten und brandenden Applaus.

Kurt Buchmüller

Volksstimme vom 29.4.2008

Drei Perlen des Mundartlieds auf einer Bühne

Gelterkinden – Liedermacher-Trio spielt und singt im Marabu

Max Mundwiler, Claude Mesmer («dr Glood») und markus heiniger sind drei Baselbieter Virtuosen des Mundartliedes. Am Samstag trafen sie sich im Gelterkinder Marabu – eine explosive Mischung aus Schalk und Ernst, feurigem Gitarrenspiel und verwickelten Sprechgedichten.

Äusserlich sind die drei Musiker grundverschieden. Max Mundwiler, gelernter Bauführer, wirkt urchig, wie einer, der mit beiden Beinen im Leben steht. markus heiniger hingegen gleicht eher dem Träumer, wirkt fein und subtil. Und Claude Mesmer alias «dr Glood» erinnert mit seinem grauen langen Haar und der manchmal trotzigen Mimik an einen Altrocker in der Midlife-Pubertät. Gemeinsam haben die drei Baselbieter mindestens eines: Alle haben sich dem Mundartlied verschrieben und sind in ihrem Fach durchaus bekannte Grössen.

Zusammen sind sie noch nie aufgetreten – das Programm «Baselbieter SongPoetry», das am Samstag im Gelterkinder Marabu über die Bühne ging, war von daher eine Premiere, ein Stück weit auch ein Experiment, und zwar ein gelungenes Experiment. Max Mundwiler schien zunächst selber etwas zu zweifeln, wirkte fast scheuh, als er auf die Bühne trat und den Abend eröffnete. Seine Worte fassten das kommende Programm gut zusammen: «Wir haben zusammen knapp drei Wochen geübt. Ein Stück von der Lebensfreude, die wir dabei erlebten, wollen wir heute Abend weitergeben.»

Mitten im Leben
Sinnigerweise sangen die drei als Erstes denn auch gleich Mundwilers Stück «Läbig zmitts im Lääbe stoo». Schon bald zeigte sich, dass der erste äusserliche Eindruck der drei grundfalsch war. Der bodenständige Mundwiler sang ein am Ende herzzerreissendes Chansons auf seine Schwester, Glood und Heiniger hingegen blieben in Gestalt eines aus dem Zolli entwichenen Krokodils ganz nah am Boden dran – «Z Basel an mym Nil».

Komisch, lustig, heiter, oft aber mit einem nachdenklichen Kern kamen die Lieder daher, musikalisch war es ein eigenständiger Mix aus Chanson, Blues und einer kleinen Prise Country. Manchmal war der Humor auch böse «Ych, dr Glood, bin e Music-Star», sang «dr Glood» voll Inbrunst, und Mundwiler sang zurück «Ych, dr Max, bin e Music-Star», während Heiniger resigiert feststellte, dass er da nicht mithalten könne – er sei ja nur ein Poet.

Mitten ins Herz
Aber war für einer: Die Sprache seiner Gedichte war in etwa so verwickelt wie ein Wollknäuel, mit dem eine junge Katze spielte. Er sang von Treppen in den Steppen und vom Steg in Mainz am Rhein, vom Erdbeben zu Basel und von nicht minder heftigen Herzensbeben. Mitten im Wörterwald hatte auch er ganz unaufdringlich stets ein paar Botschaften versteckt: «Dass es guet gsi isch, wies gsi isch, goot dr spöter uf.»

Je länger die drei spielten, desto besser wurden die drei. Und desto lauter wurden die Lacher aus dem Publikum. Das brauchte dann auch gleich zwei Zugaben, um sich von der bunten Welt der drei Musker einigermassen schmerzfrei wieder trennen zu können. Zum Abschluss sprach dann wieder Mundwiler, die Bortschaft war die gleiche wie am Anfang: Oft habe er an diesem Abend das Publikum lachen sehen. «Nehmt dieses Lachen nach Hause mit.» Je grauer die Welt, desto wichtiger sei der Schalk. Das Lachen übrigens übe man am besten beim ersten Blick in den Spiegel am Morgen früh …

Titus Villiger

Basellandschaftliche Zeitung bz vom 26.4.2008

Baselbieter Gipfel der Mundart-Liedermacher

PREMIERE: Die Liedermacher dr Glood (Frenkendorf) und markus heiniger (Biel-Benken) treten regelmässig im Duo auf. Nun stösst erstmals der Tenniker Max Mundwiler


Die Baselbieter Liedermacher und Songpoeten dr Glood und markus heiniger sind sich seit längerem zugetan. Im Duo-Programm «Aerdbeebe» spüren sie persönlichen und kollektiven Erschütterungen nach, mit dem Basler-Aernschd Born firmieren sie als «Trouba-Tour de Bâle». Zusammen mit Max Mundwiler bilden sie heute Abend im Gelterkindner «Marabu» erstmals ein weiteres Trio.

Fünf Stücke hat man im Trio erarbeitet. Neben einem Lied von Glood, einem von Heiniger und einem Klassiker von Hannes Wader gelangen auch zwei Titel von Max Mundwiler zur Aufführung. Mundwiler ist voll des Lobes über die gegenseitige Wertschätzung. Es sei etwas vom Schönsten, wenn sich Musiker unmittelbar übers Musikmachen kennenlernen könnten.

Max Mundwiler hat sich die Oberbaselbieter Mundart zum persönlichen Anliegen gemacht – und vor allem den Einbezug der «Alltagssprache», die beim Liedtexten besonders schwer zu handhaben sei. Hineingeboren wurde Mundwiler in eine Tenniker Familie, die das Musikmachen seit Generationen betrieben hat. Der Urgrossvater hat als Geiger an Hochzeiten aufgespielt.

Er dürfte es zu derartiger Berühmtheit gebracht haben, dasss man diesen einen Tenniker Mundwiler-Familienstamm seihter auch als «s Gigers» kennt. Max Mundwilers Vater war der hoch angesehene Landratspräsident mit gleichem Vornamen. Zunächst hatte der Sohn im Tanzorchester des Vaters gespielt. «Das war ganz speziell schön», erinnert sich Mundwiler junior. Dann trat der Multiinstrumentalist bei den ebenfalls seit Längerem bestehenden «Rascals» ein. Die «Rascals» bestehen nach wie vor, zuletzt sind sie – mit Mundwiler- am 29. März an der «Oldies Night» in Niederdorf aufgetreten.

Nicht erst heute sagt Max Mundwilder: «Ich mache mit der Gitarre Politik.» Über Mani Matter und die Berner Troubadours kam er zum Mundartlied- und damit grenzte sich der Sohn vom übermächtigen Schatten des Vaters auch ein wichtiges Stück ab. Zwischen 1985 und 1995 erschienen drei Langalben mit Mundartsongs („es Stück vo mir», «Gedanken im Ohr» sowie «underwägs»), Mundwiler trat mit verschiedenen Programmen auf.

Mitte der Neunziger banden die Verpflichtungen im Brotberuf mehr Kräfte. Der gelernte Bauführer wude Inhaber und Geschäftsführ der heute einzigen Holzbaufima in Sissach, auch widmete er sich mit grossem sozialem Engagement der Lehrlingsausbildung. Aber selbst in dieser jüngsten Lebensphase war und ist der Liedermacher mit 20 bis 30 Privatuaftritten im Jahr weiter präsent.

Wird Max Mundwiler, Vater zweier erwachsener Töchter, wie schon Claude Mesmer alias dr Glood bald noch mehr Zeit für seine Musik aufbringen können? Bereits in einer Matinee am vergangenen 13. Januar hiess es im Frenkendörfer Bürger- und Kulturhaus «Glood trifft Max». In Gelterkindens «Marabu» geht die gemeinsame Geschichte, ergänzt um den Leimentaler Markus Heiniger, heut Abend weiter.

Urs Grether

Volksstimme vom 18.4.2008

Baselbieter Song Poetry


Drei Liedermacher im Marabu.

Gelterkinden – Einigkeit macht stark: Drei Baselbieter Liedermacher präsentieren im Marabu ihre Chansons, gewürzt mit Gitarren- und Pianoklängen. Max Mundwiler, markus heiniger und Claude Mesmer singen ihre Eigenkompositionen.

vs. Drei Baselbieter Chansonniers- oder Song-Poeten – geben am 26. April im Gelterkinder Marabu ein Konzert. Sie präsentieren Lieder aus eigener Feder, singen diese solo, zu zweit oder manchmal auch zu dritt. Mit von der Partie sind der Zunzger Max Mundwilder, markus heiniger aus Biel-Benken und der Frenkendörfer Claude Mesmer («dr Glood»).

Feinfühlig, fröhlich, humorvoll
Max Mundwiler ist mit seinen feinfühlgen, fröhlichen und humorvollen Liedern seit 25 Jahren auf Achse und hat sich damit in der Region einen guten Namen gemacht. Obwohl rund zehn Jahre vergangen sind, seit er sein letztes abendfüllendes Programm auf die Bühne gebracht hat, verstaubt die Gitarre des Chansonniers nicht. Bei Familien- und Firmenanlässen ist er ein gern gesehener und gehörtes Gast. Aber ein grosser Liederabnd ist für ihn etwas Besonderes geblieben. So freue er sich sehr, zusammen mit seinen Liederlobby-Kollegen, auf den Auftritt im Marabu.

Bestens eingespielt
Ein bereits bestens eingespieltes Team sind Claude Mesmer und markus heiniger. Sie bilden zwei Drittel der «Trouba-Tour de Bâle» und haben mit ihrem Programm «Ärdbeebe» schon etliche gemeinsame Auftritte bestritten. Mesmer, einst rockender Bandleader, schreibt und interpretiert Songs, die von einem feinen Gespür für Details geprägt sind. Dazu lässt er auf seinen Gitarren ein wahres Feuerwerk los. markus heiniger singt beispielsweise von einem Schimpansen im Zoo, der beim Betrachten seiner Betrachter den «Blues» bekommt, und er begleitet sich dabei bluesig frech und virtuos auf dem Piano.

Baselbieter Song Poetry, Samstag, 26. April 2008, 20.15 Uhr (Türöffnung 19.30 Uhr), Marabu Gelterkinden.
Eintritt: 25 Franken (Abendkasse)

Berner Oberländer vom 5.11.2007

Zwischen «Servela» und «Ärdbeebe»

Fritz Widmer, Berner Troubadour der ersten Stunde, und der Baselbieter markus heiniger trafen sich im Schlosskeller Interlaken.

Interlaken - Samstagabend. Die 92 Stühle im Schlosskeller sind besetzt. Hier rücken Künstler und Gäste zusammen. Es herrscht Ansteckungsgefahr: Bald ist der ganze Keller infiziert. Die Erreger? Heitere, oft besinnliche Lieder – Fritz Widmer und Markus Heiniger lassen sich gegenseitig viel Platz. Jeder bleibt sich selbst, schätzt die Art des andern. Von Musik begleitet, welche sich nicht in den Vordergrund drängt, obwohl sie alleine den Raum füllen könnte.

Mozart «uf Bärndütsch»
«Servela, äs git ke Brot zur Servela»: Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeit Mitte der Sechzigerjahre: Schwarze Rollkragenpullis, Männer mit oder ohne Schnauz, Liederabende mit viel Witz und Charme. Mitten drin in der Berner Liedermacherszene: Fritz Widmer.
Jetzt, 40 Jahre später, hat er nichts von all seinen Qualitäten, seiner Nähe, seiner Bescheidenheit verloren. Er übersetzt Geschichten schwedischer Liedermacher, liebt Mozart und schreibt bekannte Libretti ins Berndeutsche um. Die Ballade vom «Moudi Bangur», neu verfasst, vertont nach dem Text eines irischen Mönchs aus dem 8.Jahrhundert, zeigt seine grosse Spannweite.

«dr Menschenaff im Zolli»
«Es bebbt dr Bode, dr Boode bebbt!» Die Bühne zittert fast wie in echt, wie damals, 1356, als Basel samt «Färimaa, Läckerli, Chemie, FCB, Schnitzelbängg und Morgestraich» in Schutt und Asche brach – oder war das vor nicht allzu langer Zeit? Markus Heiniger lebt seine Geschichten, singt und pfeift seine Lieder. Das Klavier, mal zart, mal wuchtig gespielt, ist sein engster Vertrauter. Vom Mond, der im Rhein versinkt, vom «Menschenaff im Zolli», der sich nicht zum Menschen zurückentwickeln möchte, bis hin zum «Santiklaus», der blau und bläuer wird. Heiniger erzählt, besingt Träume in «Baseldütsch».

«Ganz Alts u ganz Nöis»
Zwei Künstler aus zwei verschiedenen Generationen mit unterschiedlichen Dialekten – «Bärndütsch u Baaslerisch» – mit zwei Instrumenten – Klavier und Gitarre – treten in einem Programm auf: «Ganz Alts u ganz Nöis.» Fritz Widmer: «Ich bin ein grosser Fan vom Klavier, wenn es gut gespielt wird. Markus lässt Klassik und Jazz gleichermassen klingen. Doch das ist nicht die Hauptsache. Ich schätze die klaren Texte mit grosser Spannweite und weitem Horizont. Er bearbeitet sie solange, bis sie stimmen. Das passt mir.» Als Berner Troubadour der ersten Stunde ist er seit 1965 unterwegs. Er sang und spielte gemeinsam mit Mani Matter und Franz Hohler. Ein paar Mal nun also auch mit Markus Heiniger aus dem Baselbiet: «Für mich ist Fritz lebendige Liedermacher-Geschichte. Ich schätze seine hohe sprachliche Qualität. Seine Geschichten sind geerdet, erreichen die Leute in ihren Herzen. Beide setzen wir uns mit Musik und Text kritisch auseinander und tauschen uns aus. Zusammen zu spielen macht Freude, gerne lege ich am Klavier den roten Teppich unter seine Lieder.»

Peter Wenger

Laufentaler Wochenblatt vom 1.11.2007

«Aerdbeebe» im Seemättli

In der Mehrzweckhalle in Liesberg treten die Sänger und Instrumentalisten markus heiniger und Claude Mesmer mit ihrem Programm «Aerdbeebe» auf und ernten viel Applaus.

Liesberg - Nein, nicht Liedermacher, sondern Liedpoeten seien er, «dr Glood», und sein Partner markus heiniger. Sie haben das Programm «Aerdbeebe» zusammengestellt und rütteln gewaltig an unseren Schwächen und Unzulänglichkeiten. Nie unter der Gürtellinie, meistens mit einem Schuss Ironie, erzählen sie von der ausgezogenen Tochter, von der unerfüllten Liebe oder vom Music-Star Piero, während seiner Mercedes-Fahrt ins Medienglashaus. Gepflegt sind ihre Verse, treffend ihre Reime, nie derb, sondern mit feinen Untertönen und doppelbödigen Anspielungen. «I bi wyss und das isch guet so», singt dr Glood und reflektiert sarkastisch unsere Abgrenzung zu dunkelhäutigen Asylanten.

Was bei vielen Liedpoeten oft zu kurz kommt, gereicht beiden zum Vorzug: Sie singen und spielen mit grosser Professionalität. dr Glood an der Gitarre, markus heiniger am Piano. Sie begleiten sich hervorragend und verschmelzen ihre Aussagen mit dazu passenden Tönen. Vieles haben sie selbst komponiert, Wort und Ton geben ein einzigartiges Netzwerk. Beide sind Vollblutmusiker und verstehen ihr Metier. Beide sind Schullehrer mit Teilzeitpensen, Markus ist 39-jährig, sein Partner Glood 16 Jahre älter.

Bunt und tiefgründig
Ihre intellektuelle Ausrichtung können sie nicht verleugnen, aber ihr Engagement und ihre musikalischen Fertigkeiten verleihen ihren Darbietungen viel Farbe und Tiefgründigkeit. Besonders begeistern der gespielte Blues, Gitarre und Klavier harmonisieren bestens. Besonders der Krokodil-Blues im Läckerlihuus, der gefällt dem Publikum im Seemättli, sie spenden lang anhaltenden Applaus. «dr Mond rollt üübere Blaue und stolpert zu mir ins Bett», eine wunderschöne Aussage mit einer herrlichen Melodie bildet den Abschluss dieses poetischen Abends. Sie seien zum ersten Mal im Laufental, obwohl sie schon viele Auftritte in der Nordwestschweiz und im Radio gehabt hätten, meint Glood. Beide treten übrigens auch einzeln auf oder zu dritt mit dem Basler Chansonnier Aernschd Born.

Jürg Jeanloz

Basler Zeitung BaZ vom 15.8.2007

Tages Anzeiger vom 14.5.2007

Vom Spielen mit Sprache und Stilen


Ein Adliswiler Mundart-Liedermacher-Abend mit Trouba Tour de Bâle und dem Langnauer Musiker Jack Beusch begeisterte über 100 Besucher.

Adliswil - Dass Mundartlieder ein Stück Kulturgut sind, wird den Zuhörerinnen und Zuhörern, die an diesem Freitagabend in die «Kulturschachtle» gekommen sind, schon ab den ersten Minuten bewusst gemacht, Trouba Tour de Bâle, drei Songpoeten aus Basel, eröffnen das Programm vor über 100 Personen. Sie vermengen in einem virtuosen Zusammenspiel pointierte, temporeiche aber auch leise, nachdenkliche Texte mit einer stimmmig zu den Inhalten gewählten Kangkusisse. Die in Dichtung und Musik umgesetzten Themen reichen von Krieg und Vorurteilen bis hin zu den Alltagssorgen des einzelnen Menschen.

Das witzige Chanson über einen nervenaufreibenden Dialog mit einem Callcenter-Mitarbeiter findet ebenso Platz wie die Geschichte vom Auszug der Tochter. Ob das geliebte Kind auch nur ahne, wie selbst der kleiner gewordene Wäscheberg Trauer und Schmerz bei den Eltern auslöse, wird da mit sanfter Wehmut gefragt. Jeder der drei Interpreten von Trouba-Tour de Bâle – Markus Heiniger, Aernschd Born und dr Glood – zeichet sich durch seinen ganz eigenen Stil aus. Ihre Stücke greifen harmonisch ineinander und sind von Echtheit und feinem Gespür fürs Detail geprägt.

«Lieder sind die Seele eines Landes und die Wurzel verschiedener Musikrichtungen.» dr Glood

«Wir verstehen uns sowohl als Musiker als auch als Poeten, Musik und das Spielen mit der Mundartsprache ist bei uns gleich stark gewichtet» sagt Markus Heiniger. Sie alle sind Mitglieder bei der Liederlobby, deren Ziel die Verbreitung von Mundartsongs ist. Dort finden sich neue Stilrichtugen dieses noch jungen Genres, das in den Sechzigerjahren u.a. durch den Berner Torubadour Mani Matter begründet wurde. «Mundartlieder sind ein Teil der künstlerischen Identität der Schweiz» sagt Born. «Lieder sind die Seele eines Landes und weltweit die Wurzel verschiedenster Musikrichtungen», fügt dr Glood an.

Den zweiten Teil des Abends bestreitet der Langnauer Gitarrist Jack Beusch , begleitet von Richard Pechota, Bass, und Beda Ehrensberger, Perkussion. Auch Beusch ist Mitglied der Liederlobby, durch den Kontakt zu Trouba Tour de Bâle ist die Idee für das gemeinsame Konzert entstanden. Mit warmer, rauer Stimme besingt er Zürich bei Nacht oder das Fernweh nach den Stränden der Karibik. Alles überdacht von der Sehnuscht nach Frieden und dem Wunsch das Hier und Jetzt auskosten zu können. Gekonnt wird mal Jazz, mal Blues, mal Geggae in den weichen Soundteppich hineingewebt. Ein leiser, feiner Abend geht zu Ende. Seine Wirkung wird lange anhalten.

Monika Brodbeck

www.liederlobby.ch

Tele Basel, Telebar 16.4.2007

Willy Surbeck im Gespräch mit markus heiniger

WS: Markus Heiniger ist Liedermacher. Es gibt noch Liedermacher, ich dachte schon, es gäbe keine mehr, aber es gibt sie noch, er ist leibhaftig bei uns. Sein Programm heisst «Erdbeben», schweizerdeutsch, oder schriftdeutsch?

MH: «Aerdbeebe»

WS: «Aerdbeebe»; das ist ja ein wahnsinniger Marketings-Glücksfall. Du hast das gemacht, bevor das Erdbeben gewesen ist in Basel und dann ist das Erdbeeben tatsächlich gekommen. – Prophetische Voraussage?

MH: Ja, quasi. Ich muss dazu sagen, «s Aerdbeebe» lebt von «Glood» und mir, «dr Glood» mit zwei «O». Wir haben begonnen, das Programm miteinander zu entwickeln, hatten verschiedene Songs und einen Kern, ein Instrumental, welches «1356» heisst;  dass muss ich ja hier – nein, das ist klar – das grosse Basler Erdbeben eben und rund um diesen Titel gruppieren sich Lieder, die von den kleineren und grösseren und mittleren zwischenmenschlichen und politischen Erdbeben handeln, auf humorvolle und nachdenklich Art. Und als wir mitten am Erdbebnen gewesen sind mit unserem Programm, hat der Boden hier in Basel dann tatsächlich gebebt.

WS: Was hast du in diesem Moment gedacht, als dieser Knall gekommen ist? – Whow, haben wir Glück gehabt mit unserem Marketingkonzept?

MH: Nein, das wäre zynisch. Ich bin erschrocken, ich erschrecke immer, das ist eine Naturgewalt. Wir hatten einmal einen Stoss, während wir gespielt haben, da ist es uns schon fast anders geworden. Ich hab es zuerst zwar gar nicht gemerkt auf der Bühne, wir beben selber so fest, aber nach den Konzert hat es eben geheissen, es habe gebebt während unseres Auftrittes und das war dann schon ein «heiteres» Zusammentreffen.

WS: Ich muss bekennen, ich kenne deinen Namen erst seit heute. Ich bin seit 20 Jahren in der Region, den Namen von Baschi, einem anderen Liedermacher, der ist in no Time zum nationalen Event geworden. Was habe ich falsch gemacht, dass ich den Namen von Baschi gekannt habe und deinen erst seit heute?

MH: Ich denke, das ist normal, wenn einer über’s Fernsehen gross reinkommt, dann ist er einfach da. Wir sind klein aber am Wachsen, wie Pflänzchen. – Aber richtig gemacht hast du, dass du mich jetzt kennst!

WS: Ok, und jetzt bist du ja gross am Fernsehen. Wir sehen einen live-Ausschnitt aus einem Konzert aus dem Liestaler Palazzo vom vergangenen November.

AERDBEEBE, LIVE AUS LIESTAL , MARKUS HEINIGER, SOLO-AUSSCHNITT

WS: Du hattest grossen Erfolg. Die Sääle seien meistens voll gewesen, habe ich gehört, in Lausen, Therwil, Waldenburg aber auch überregional: Jetzt darfst du bald in Thun auftreten…

MH: Ja, «dr Glood» und ich haben das Glück, gerade zweimal auftreten zu können mit dem «Aerdbeebe», wir sind eingeladen worden von Fredy Heller. In Thun ist die ktv-Kleinkunstbörse, die ist national und international, sie hat frisch einen Gastkanton und macht ein «Kleinkunst-Special», in der Innenstadt, neben dem Waisenhaus, auf der Aareinsel und dort können wir es präsentieren, neben anderen Basler Kleinkünstlern – und Grosskünstlern. Und am Abend spielen wir am Singer-Songwriter-Konzert.

WS: Wer sind die Leute an euren Konzerten?

MH: Wir haben viel in Kulturvereinen gespielt, Leute, die sich von der Werbung anziehen lassen, auch aus dem Bekannten- und Freundeskreis, Leute die’s interessiert, wir haben in Lausen gespielt, in Waldenburg, in Therwil… - mit tollen Veranstaltern, die zusammen mit uns ihre Häuser gefüllt haben. In unserem Publikum sitzen kulturinteressierte Leute, die auch an ein klassisches Konzert kommen würden oder an ein Jazzkonzert.

WS: Du hast erst etwa vor zehn Jahren mit Song-Schreiben begonnen, etwa mit 30 Jahren, das ist recht spät. Warum so spät?

MH: Das hängt mit dem Anspruch zusammen. Ich bin über Konstantin Wecker, Hannes Wader, Mani Matter, Georg Kreisler hineingekommen. Und wenn man dann sieht, was die machen und was die können – auch die Basler – Ruedi Walter-Fan war ich und von Cés Keiser sowieso – und dann macht man eigene Sachen und merkt, man ist noch nicht dort. Dann sagt man sich einfach, es muss zuerst reifen und geht noch nicht raus damit.

WS: Wir haben noch zehn Sekunden Zeit. Dein Ziel, dein Traum.

MH: Traum!?

WS: Ja.

MH: Mit dem «Aerdbeebe» oder mit «Trouba-Tour de Bâle» (markus heiniger, dr Glood & Aernsch Born) 2012 das neue Stadtkasino zu eröffnen.

Birsigtal Bote vom 8.2.2007

markus heiniger / dr dichter
«Zurück im Hüslimatt»

Am Montag, den 22. Januar 2007, kam es an der Sekundarschule Oberwil Biel-Benken zu einer denkwürdigen Premiere: Markus Heiniger, anfangs der Achtzigerjahre Schüler im Hüslimatt, kehrte an seine ehemalige Schule zurück, wo er – inzwischen ein bekannter Liedermacher – dem Publikum einen mitreissenden Abend bot.
Mit diesem Auftritt wurde eine Idee lebendig, die eine kleine Gruppe von Lehrern, die «Salzstreuer», schon seit längerem mit sich herumtrug: nämlich ehemalige Schülerinnen und Schüler, die in irgendeiner Weise zu «öffentlichen Personen» geworden sind, in einem lockeren Turnus für eine Begegnung mit Eltern, Schülern, Schülerinnen und allen Interessierten in die ehemalige Schule einzuladen.
Markus Heinigers Lieder schöpfen aus verschiedensten Quellen – von Stoffen aus der Regio bis zur Mythologie - und vermögen die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrem feinen Humor, ihrem hintersinningen Wortwitz, aber manchmal auch mit ihrer leisen Nachdenklichkeit, ja gar Wehmut immer wieder zu fesseln.
Besonders eindrücklich auch seine souveräne Begletung auf dem Piano, die mit den Texten zu einem harmonischen Ganzen verschmilzt. «Ich könnte auch nur seinem Klavierspiel zuhören», hat Emil Steinberger einmal gesagt – ein durchaus zutreffendes Kompliment des prominenten Kabarettisten an den ausgebildetetn Jazzpianisten Heiniger.
Berührend auch die kleine Hommage an seinen ehemaligen Klassenlehrer Alber Suter, der das Schulleben als Rektor, Lehrer und Kollege über viele Jahre geprägt hat und leider viel zu früh verstarb.
Eine kurze Retrospektive mit Bildern und Videoclips ist zu finden auf der Schulwebsite www.sekoberwil.ch
Inzwischen ist auch der nächste Anslass festgelegt: … Hans Feigenwinter braucht kaum mehr vorgestellt zu weden: er unterrichtet seit vielen Jahren an der Jazzschule Basel und gehört inzwischen zu den führenden europäischen Jazzpianisten …

Basellandschaftliche Zeitung bz vom 23.1.2007

Es schüttelt und rüttelt wie bei einem richtigen Erdbeben

Waldenburg. markus heiniger & dr Glood spüren in «Aerdbeebe» jenen Katastrophen nach, die uns aus dem Konzept bringen.
Die Erde bebte im Theater im Waldenburger Pfarrhauskeller. Das Epizentrum bildeten die beiden Troubadouren markus heiniger & dr Glood mit ihrem satirischen Programm «Aerdbeebe».

Die kleinen Katastrophen des Alltags
Welch ein Gewinn für das Theater im Pfarrhauskeller in Waldenburg. Dort stoppen nämlich die beiden Basler Mundartkünstler und lassen mit ihrem Programm voller Sarkasmus den Keller erbeben. Mit dem Programm «Aerdbeebe» ist das Liedermacher-Duo seit anderthalb Jahren unterwegs. Darin spüren die beiden den kleinen Katastrophen nach, die unseren Alltag in Unstimmigkeit versetzen und viel Verwirrung stiften. Erwähnt sei Gloods Traurigkeit über den Auszug der eigenen Tochter oder Heinigers «Helios», ein blühendes Chanson mit Hitpotential. Als hervorragende Instrumentalisten spielen sich die beiden Liedermacher die Einsätze mit der Präzision einer Funkuhr in die Hand. Bebendes Donnergrollen geht im «Aerdbeebe» im Gleichschritt mit den leisen, feinen Tönen dahin.

Ein Totentanz als Vorbild
Zum Mitpfeifen wiederum animiert das von den beiden Lied-Singern gepfiffene «1356» – Datum des grossen Erdbebens – das einem langsamen, mittelalterlichen Totentanz nachempfunden ist. Melodie und Text bohren sich unbarmherzig im Kopf fest. – «Die beiden sind schon fast prophetisch», resümiert ein Besucher. Wie wahr. markus heiniger & dr Gloods Lieder schütteln und rütteln durch. Ihr «Aerdbeebe» ist ein Erdbeben im Kleinen, aber mit der Wirkung eines der Stärke 7,2 auf der Richterskala. Mindestens.

Basler Zeitung BaZ vom 22.1.2007

paparazzi: markus heiniger & dr Glood liessen den Keller im Waldenburger Pfarrhaus erbeben

«Rueh noch em Aerdbeeben und vor de Noochbeebe /
kumm sing e Lied, jetzt kaa uns nuur no d Sprooch heebe».

Selbst die Mäuse klopften die Finken. Im Keller des Waldenburger Pfarrhauses bebte die Erde. Zwar nur virtuell, in den Texten von «markus heiniger & dr Glood», markus heiniger am Piano, Claude Mesmer an der Gitarre. So einiges reimen sich die beiden Liedermacher u.a. auf das Basler Erdbeben von 1356. «Aerdbeebe» heisst nämlich ihr Programm. Satirische und poetische Chansons halten sich darin die Waage.
Seit 1984 steht im Pfarrhauskeller (aktueller Gastgeber Hanspeter Schürch) die Kleinkunstbühne schlechthin. «Alle waren sie schon da, die gross raus kamen», lassen Esther Burgherr, Ruth Brönnimann, Brigitte Theiler-Rüedi und Dorine Schoch Müller ins dicke Gästebuch blicken. «Mit der Visitenkarte unseres Theaters werden den beiden Liedermachern wohl bald auch weitere Türen aufgehen», ist Jürgen Köhler überzeugt.
Das würden ihnen auch die Stammgäste im Pfarrhauskeller gönnen. Nelly Dettli, Myrtha Hauff, Ursi und Guido Schärli, Margrit und Rolf Schneider, Maja Bürgin, Käthi Dettwiler, Esther Zaugg sowie Peter und Marianne Dettwiler. Das satirische «Aerdbeebe» könnte noch ein paar andere (Klein-)Theaterdirektoren wachrütteln.

pin/hes

Ausschnitt aus der Basellandschaftlichen Zeitung bz vom 28.11.2006

«Aerdbeebe»
Die beiden Liedermacher markus heiniger & dr Glood
im Liestaler Palazzo

… Im Liestaler Palazzo gewinnen die Singstimmen der fabelhaften Instrumentalisten an rotziger Dringlichkeit. Mehr denn je gelingt Glood der Blues … «s Aerdbeebe», Heinigers «Titelstory», wird mit neuen Verstrebungen und Reprisen («s Noochbeebe», das dreimalige Zettelspiel mit der Zahl 1356) aufgeladen. Die gesungenen Duos überzeugen durch ihre verschmitzte Beiläufigkeit. So selbstverständlich stellt sich das ein und ist doch Resultat eines weiter gereiften, wechselseitigen Vertrauens …

basellandschaftliche zeitung bz, 15.09.2005

Mundartabend «Aerdbeebe»

Basel. Zehn Tage vor dem 11. September 2001 sang im Innenhof des Basler Schmiedenhofs der Liedermacher markus heiniger ein Lied über Amerika. , das «land vo de beschränggten unmöögligkaite» (die bz berichtete). Damals traten der Biel-Benkener und das Basler «Urgestein» Aernschd Born erstmals gemeinsam auf. Aernschd Born, markus heiniger und der Frenkendörfer dr Glood lassen sich seither unter der Affiche «Trouba-Tour de Bâle» auch auf überregionalen Bühnen vernehmen.

Zwei Drittel des Kleeblatts sind überdies mit einem Duo-Programm unterwegs, mit dem sie nun anlässlich des 3. Schweizerischen Kleinkunsttages in besagtem Schmiedenhof gastierten, dieses Mal freilich in der Geborgenheit des grossen Bibliothekraums.

Satirische Lieder und poetische Chansons halten sich in dem Program «Aerdbeebe» die Waage. Aber gerade diese «Waage», dieses Gleichgewicht stellen markus heiniger und dr Glood sofort in Frage (e wältbild us chrom und uns glas). Sie nehmen sich dabei nicht aus, «…alles drimmt, d gitarre gstimmt.» Verwerfungen und Brüche gibt es weltweit, nicht minder in der Realität eigener Lebenserfahrung.

Richtigerweise entschieden die Chansonniers, im Schmiedenhof nur ihre Instrumente einzustöpseln und sangen ohne Mikrophon. Der Gewinn war eine berückende Intimität - dazu vor einem hochkonzentrierten Publikum. Kaum je so innig und bewegt ist Glood sein Lied über den Auszug seiner erwachsenen Tochter («Irgendwenn», Titelstück seiner zweiten CD) gelungen. Ein «Aerdbeebe» im Kleinen.

Als hervorragende Instrumentalisten spielen sie sich die Einsätze quasi in die Hand. Es gab wunderbare Überleitungen. Sehr gut sind neue Stücke im Duett, so das gepfiffene «1356» (Datum des grossen Basler Erdbebens), das einem langsamen, mittelalterlichen (Toten-)Tanz nachempfunden ist. Mit wenigen Motiven verzahnten die beiden ihre Solo-Stücke geschickt, etwa mit Gloods Deo-Werbespott, «Only for winners». Köstlich, wie sich dieser «Störsender» ausgerechnet in heinigers «Amerika»-Lied bohrt.

Die Zugabe , heinigers Übersetzung des berühmten «Stets i Truure», wird zur Tour d' Horizon vom Blauen zum Basler Rhein. Es ist eine Selbstvergewisserung über das, was vielleicht «noch steht». Beide aber haben für sich «gebebt»: Der Frenkendörfer mit seiner zurückgestauten Power, der Biel-Benkener als einer der besten Songpoeten im Land.

ugh

Volksstimme, 02.12.2004

Chance für neue Chansons
Kultur Tenniken mit gut besuchtem «Happy Friday»

«Trouba-Tour de Bâle» in Hochform

Der vergangene Freitag war ein voller Erfolg für die Anlässe von «Happy Friday»im Dachstock des Schulhauses Hofmatt in Tenniken. Eingeladen war die «Trouba-Tour de Bâle», die Besucher waren begeistert.

Die Anlässe von «Happy Friday» sind beliebt. Sie sind jeweils der krönende Abschluss einer Arbeitswoche. Die Atmosphäre ist stets gediegen, entspannt und locker. Bereits hat sich ein Stammpublikum gebildet, das sich früh genug zu diesem Anlass einfindet und sich am Buffet von «Kultur Tenniken» mit Kulinarischem eindeckt. Immer wieder ist es spannend zu entdecken, was angeboten wird. Meistens steht es in Zusammenhang mit dem Gebotenen.

Wildterrine mit kleinem Salat stand dieses Mal auf der lukrativen Speisekarte. Wieder einmal wurde der Gast am vergangenen Freitag verwöhnt, nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell. Auf dem Programm standen chansons, vorwiegend in Basler Mundart. Die bekannten Namen der «Trouba-Tour de Bâle», Aernschd Born, «dr Glood» und markus heiniger versprachen viel Unterhaltung. Und die Besucher wurden nicht enttäuscht.

Die drei eigenständigen Mundart-«Troubadoure» - meistens treten sie einzeln auf - zeigten sich in Hochform. Teils hintergründig, frech, melancholisch, nachdenklich. «dr Glood» eröffnete mit einer Variante des Rotkäppchen-Märchens. Die TV-Sendung «Music-Star» wurde zu einem weiteren Thema. Melancholisch und nachdenklich war die "Geschichte" der von zuhause ausziehenden Tochter.

Aernschd Born brillierte durch die Präzision seines Gesanges und des Gitarrenspiels in «Kay Zyt» - «die Zeit geht immer schneller mit der Zeit», meinte er ergänzend dazu. markus heiniger griff zu seinen Chansons energisch in die Tasten. Grossartig das Lied über Amerika, das «Land vo de begränzte Unmögligkaite». Und ebenso grossartig war heinigers und Gloods gemeinsam gesungenes Lied vom Elend eines Samichlauses.

Ohne ein paar Zugaben konnte das Trio am Schuss des Abends nicht abtreten. Das Publikum zeigte sich total begeistert.

Elisabeth Marti

bz, 19.10.2004

Palazzo / Die Liedermacher Aernschd Born, dr Glood und markus heiniger zeigten sich in Hochform

Liestal. Die drei eigenständigen Basler Mundart-«Troubadoure» Aernschd Born, markus heiniger und Claude Mesmer («dr Glood») zeigen, wie sprachlich biegsam und thematisch vielschichtig sich unsere Mundart nicht «nur» in Rap-Songs, sondern auch in Chansons verpacken lässt.

Nach einem ersten Auftritt des Kleeblattes als «Trouba-Tour de Bâle» im Herbst vor einem Jahr kam es diesen Januar zu einem Stelldichein in der Binninger Kronenmatthalle (die bz berichtete). Zumindest die Abfolge der Einzelauftritte ist im Liestaler Palazzo die gleiche geblieben.

Der Ernst und die schneidende Präzision des Gesangs, des Gitarrenspiels, führt in medias res: dr Glood eröffnet mit einer Variante des Rotkäppchen-Märchens und einem «Link nach Bern». Nach dem «Asphalt-Hirsch» (vom letztjährigen Album «Irgendwenn») singt er, «vielleicht das letzte Mal» sein Lied auf «den Georgie».

Aernschd Born nimmt die Stakkato-Strophen von «Kay Zyt» bravourös. Seine Diktion ist so makellos und verständlich wie selten. Born in Bestform. Wieder kommt ihm die Aufgabe zu, die Stimmung im Publikum zu lockern, für Lacher zu sorgen. markus heiniger, der Benjamin des Trios, hebt mit seiner auf vier Sätze angewachsenen «Grossen Troubadour-Sonate» den Abend vollends ins Literarische. Vorzüglich, nuancenreich sein Pianospiel.

Nach der Pause, wieder in umgekehrter Reihenfolge, bietet Born sein «Déjà vu» (sehr gut die langsame Einleitung), ferner das aus seinem «Heidiland-Report» bekannte «Entschuldigung», das den Trott eines Schnitzelbanks aufnimmt. Wiederum eindrücklich Gloods unveröffentlichtes «I bi wyss», in dem er das «Wyss» zu «Swiss» verschleift.

Lied über das Elend eines «Samichlaus»

Grossartig dann Gloods und heinigers gemeinsames Lied über das Elend eines Samichlaus. Krönend (vor dem abermals abschliessenden Medley mit je einem Liebeslied) bringt heiniger sein Lied über Amerika, das «Land vo de begränzte Unmögligkaite».

Er hat es um aktuelle Bezüge verfeinert. Dem mit Verve gebotenen Schmählied auf die imperialen USA lässt er eine sanft humorige Variante auf die Schweiz in Europa folgen. Beiläufig schlägt er zuletzt den Bogen auf das Motiv der Verfettung zurück, mit dem er den US-Teil verabschiedet hat.

Kunstvoll, gewiss, aber heiniger wird auch als Sänger immer besser, getraut sich mehr, gestaltet mit intakter Lust an der Dynamik. Ein grosses Talent. Und gefeilt hat das Trio auch am gemeinsamen Gesang: Nun darf sich ihr Terzett von «Stets i Truure» (Version mh «Und dr Mond rollt üübere Blaue» - anm.mh) hören lassen.

Urs Grether