Texte alternatif

«Es knarrt»

Immer wenn ein Schiff vorbeifährt, schaukelt ein Steg in den Wellen und knarrt. Manchmal schaukelt er auch nur. Je nach Höhe der Wellen. Am Ufer beginnt die Welt der Hochhäuser und nimmt sich furchtbar wichtig. Wen kümmerts? Knarrt es oder knarrt es nicht, das ist hier die Frage.

Berndeutsch mit der Muttermilch und Baseldeutsch im Sandkasten. Markus Heiniger startete gleich zweisprachig ins Leben. Hochdeutsch hingegen ist für ihn ein Hochseilakt geblieben, erst recht nach dem Besuch der Mainzer Liedermacher-Akademie Sago.

Und genau dort, auf dem hohen Seil, sitzt er nun, mit nur einem Flügel und macht ganz unbekümmert Kleinkunst. Ein halsbrecherisch munterer Nachtwandler am Piano.

Markus Heiniger spielte in den Nuller-Jahren des neuen Jahrtausends, vom Mainzer Unterhaus über den Basler Kulturpavillon und die Berner La Cappella bis hinauf ins Berner Oberland, in verschiedenen Ensembles, wie etwa mit Mani Matters Freund und Berner Troubadour-Legende Fritz Widmer (Programm "Ganz Alts und ganz Neus"), mit dem Basler Träger des Deutschen Kleinkunstpreises Aernschd Born (Programm "Trouba-Tour de Bâle") und natürlich mit seinem Mit-komponisten und Bühnenpartner dr Glood (Programm "Aerdbeebe"). Nun ist Markus Heinigers Zeit als Solist angebrochen.

Zu seinen Liedern haben sich schon Emil Steinberger geäussert, Joachim Rittmeyer, César Keiser, Konstantin Wecker und Tinu Heiniger, mit dem er über drei Ecken verwandt ist. Und einmal, während Markus Heiniger als Junge noch ohne Kopfhörer übte, natürlich seine Nachbarin: "Kannst du nicht auch einmal etwas Schönes spielen?"